Grußwörter

Schirmherrschafft 2025

Wilhelm Schultze

Liebe Lesenden, liebe Hofheimer*innen,

Frei zu leben, wen man liebt und wer man ist, das ist leider auch 2025 noch nicht für alle selbstverständlich. Umso wichtiger sind Veranstaltungen wie der Christopher Street Day, die Sichtbarkeit schaffen, Haltung zeigen und für Vielfalt einstehen. Auch und gerade in Kleinstädten wie Hofheim.

Als weißer, heterosexueller Mann bin ich mir bewusst, dass ich viele Freiheiten genieße, ohne je dafür gekämpft zu haben oder kämpfen zu müssen. Und genau das verpflichtet mich dazu, mich solidarisch an die Seite derer zu stellen, die tagtäglich mit Vorurteilen, Ausgrenzung oder Unsicherheit leben müssen. Doch weiß ich auch: Niemand ist frei von Vorurteilen oder verinnerlichten Denkmustern, auch ich nicht. Offenheit, Toleranz und echtes Verständnis sind ein Prozess. Es ist ein lebenslanges Lernen. Und genau deshalb braucht es Räume wie den CSD, die zum Nachdenken, Hinterfragen und Austauschen einladen.

Meine eigenen Erfahrungen haben mich früh dafür sensibilisiert: In der Oberstufe war ich mit einem Mädchen zusammen, das mit zwei Müttern aufwuchs. Es war die Zeit, als in Deutschland und den USA über die Ehe für alle gestritten wurde. Aus der heutigen Perspektive betrachtet ist es fast schon absurd, dass dies noch vor zehn Jahren keine Selbstverständlichkeit war. Aber es zeigt, wie sehr wir noch am Anfang einer diskriminierungsfreien Gesellschaft stehen.

Ich bin stolz, dass in Hofheim ein Christopher Street Day ausgerichtet wird und ich die Schirmherrschaft für diesen übernehmen darf. Danke an alle, die ihn möglich machen! Für ein Hofheim und eine Welt, die bunt, offen und menschlich sind.

Wilhelm Schultze
Bürgermeister der Kreisstadt Hofheim am Taunus
ab dem 13.09.2025

Malte Anders

Foto Credit: Sven Schiffauer

Liebe Lesenden, liebe Community,

In einer Zeit in der manche lieber Mauern als Brücken bauen, feiert der MTK bereits zum 5. Mal seinen CSD.

Feiern? – Wir demonstrieren! Aber eben so, wie wir es am besten können: in glitzernden Outfits, bunten Kostümen, mal oben ohne, unten ohne, homo-trans-inter-nonbinär, bärtig, ledrig oder glattrasiert, gummiert, hochtoupiert – laut, schrill, bunt und doch nachdenklich und tiefgründig. In jeder Hinsicht vielfältig.

Der CSD bringt Menschen unterschiedlicher Identität und sexueller Orientierung auf die Straße. Er fördert den Dialog und lädt unsere „Straight Allys“ ein sich für die Rechte queerer Menschen einzusetzen und „demonstrativ mitzufeiern“.

Vermutlich hätten wir uns ohne CSDs und dem unermüdlichen Kampf um queere Rechte in den letzten 50 Jahren nicht zu einem relativ offenen, toleranten Land entwickelt. Das sollte uns auch weiterhin Grund zu feiern geben – aber auch dazu motivieren, diese Rechte und Errungenschaften der Demokratie zu verteidigen. Vor allem jetzt wo sie erneut politisch und gesellschaftlich von vielen Seiten unter Beschuss stehen. Toleranz, Gleichberechtigung und Vielfalt sind leider keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen immer wieder neu erkämpft, gefeiert und hochgehalten werden. Homophobie, Trans- und Queerfeindlichkeit – ebenso wie Rassismus oder Sexismus – verschwinden leider nicht von alleine. Es bedarf stets mutiger, wacher und aufgeschlossener Menschen, die bereit sind sich einzumischen, aufzustehen und sich für ein empathisches Miteinander einzusetzen.

Das schaffen wir nur gemeinsam. Stronger Together – Jetzt erst recht!

Happy Pride!
Malte Anders