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CSD MTK 2022

Grußwort

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Sven Rühl

Liebe Lesenden, liebe Queers & Freunde,

im Namen des Organisationsteams darf ich euch das erste Programmheft vom CSD MTK präsentieren. Zum ersten Mal in der Geschichte wird der Main-Taunus-Kreis einen CSD von Demonstration bis hin zu einem Bühnenprogramm sowie Infostände und Essen/Trinken haben.

Wir als CSD MTK Team sind unglaublich stolz darauf, welches Feedback wir von den Bürger*innen bekommen haben und ich kann nur eins sagen – LIEBT DIE VIELFALT! Nicht nur unser Motto vom diesjährigen CSD sagt das, nein auch ich. Vielfalt ist in unserer Gesellschaft wichtig und es bedarf die gleichen Rechte für ALLE!

Die diesjährige Organisation vom CSD in Kelkheim am 18.06.2022 war anfangs nicht sonderlich motivierend, da sich keine Sponsor*innen gefunden haben. Schlussendlich konnten wir mit neuer Energie und Ideen einige Firmen aus Kelkheim dazu gewinnen etwas Geld zu spenden, auch die Stadt Kelkheim hat erkannt, wie wichtig Vielfalt ist und hat uns finanziell sowie auch in der Organisation stark geholfen.

Dennoch freuen wir uns nun nach mehr als 9 Monaten Planung auf den zweiten CSD MTK dieses Jahr in Kelkheim!

Ich freue mich auf jede*n beim CSD MTK.

Sven Rühl

Projektleiter CSD MTK
Vorsitzender Outing Blog e.V.

Bettina Stark-Watzinger am 22.11.17 in Berlin im Deutschen Bundestag. / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Bettina Stark-Watzinger

Liebe Community,

weltweit feiern viele Menschen den Christopher Street Day und setzen damit ein starkes Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Respekt. Auch die Menschen hier im Main-Taunus-Kreis haben die Initiative ergriffen und richten zum zweiten Mal den CSD aus. Es ist beachtlich, was die Initiatoren auf die Beine gestellt haben. Sie und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen: Der Main-Taunus-Kreis ist bunt! Er umarmt die Vielfalt!

Ich freue mich deshalb ganz besonders, den Christopher Street Day in diesem Jahr als Schirmherrin unterstützen zu dürfen. Es wird ein CSD mit starken Botschaften, tollem Programm und vielfältigen Künstlerinnen und Künstlern. Unter dem Motto „Liebe die Vielfalt“ treten wir gemeinsam ein für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch sich selbst verwirklichen kann. In der Unterschiede geachtet und wertgeschätzt werden. Und in der sich die Menschen in ihrer Vielfalt mit Respekt begegnen.

Leider ist das auch heute noch keine Selbstverständlichkeit. Es darf nicht sein, dass Menschen Angst davor haben, zu ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität zu stehen und diese sichtbar zu machen. Niemand darf deshalb benachteiligt, ausgegrenzt oder gar angegriffen werden. Hass und Diskriminierung haben in unserer Gesellschaft keinen Platz!

Die Förderung einer vielfältigen und toleranten Gesellschaft ist mir persönlich ein wichtiges Anliegen. Jede und jeder hat die gleichen Rechte, muss die gleichen Chancen haben und vor Diskriminierung geschützt sein. Deshalb müssen Aufklärungs- und Beratungsangebote verstärkt unterstützt werden, insbesondere an Schulen und in der Jugendarbeit. Zudem muss das Transsexuellengesetz abgeschafft und durch ein Selbstbestimmungsrecht ersetzt werden. Auch das Blutspendeverbot für homosexuelle Männer und Trans-Personen muss fallen. Nicht zuletzt gilt es, Regenbogenfamilien stärker in der Familienpolitik zu verankern. Es gibt noch viel zu tun und zu erreichen.

Ich wünsche uns allen einen tollen und erfolgreichen Christopher Street Day 2022, hier in Kelkheim. Zeigen wir gemeinsam, dass wir die Vielfalt lieben!

Herzlichst

Ihre

Bettina Stark-Watzinger MdB
Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Main-Taunus (181)
Bundesministerin für Bildung und Forschung
Landesvorsitzende der Freien Demokraten Hessen

 

 

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Julia Ostrowicki

Liebe Alle,

dass der Christopher Street Day (CSD) dieses Jahr in Kelkheim stattfindet, freut mich nicht nur als Stadtverordnetenvorsteherin ganz besonders, sondern auch persönlich. Als offen lesbisch lebende Frau setze ich mich seit vielen Jahren politisch für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung ein. Ich kenne viele der Ängste und Sorgen von LGBT*IQ -Personen und es ist mir wichtig, für unsere Anliegen zu sensibilisieren. Denn auch wenn sich in den vergangenen Jahren Vieles positiv entwickelt hat, wie zum Beispiel die „Ehe für Alle“, so werden doch viele Lebensentwürfe immer noch nicht als selbstverständlich akzeptiert. Auch heute noch werden junge homosexuelle Menschen oder trans* Personen auf offener Straße angefeindet und angegriffen. Vielen fällt es nach wie vor schwer, sich zu outen, weil sie mit Vorurteilen konfrontiert werden. Daher sind Veranstaltungen wie der CSD so wichtig, um deutlich zu machen, dass die Gesellschaft überall, auch hier im Main-Taunus-Kreis, bunt und vielfältig ist.

„Liebe ist Vielfalt“ lautet daher auch das passende Motto des diesjährigen CSD. Und es ist angesichts von Krieg und Hass aktueller denn je. Gerade in diesen Zeiten, in denen wir in unserem Selbstverständnis von Frieden zutiefst erschüttert werden, müssen wir Zeichen für Liebe, Akzeptanz und Zusammenhalt setzen. Vielfalt ist keine Mode, Vielfalt gab es schon immer, nur war sie leider oft nicht sichtbar. Doch nur wer sichtbar ist, findet auch statt. Ich möchte mich an dieser Stelle daher ganz herzlich bei Outingblog e.V., allen voran Sven Rühl, für die Organisation des CSDs bedanken. Mit Eurem Engagement sorgt Ihr für Sichtbarkeit – und das ist gut so! Ich wünsche uns allen einen wunderbaren Tag, einen Tag voller Liebe!  

Julia Ostrowicki 

Stadtverordnetenvorsteherin 
Kelkheim (Taunus)

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Albrecht Kündiger

Liebe queere Community,

ich freue mich, dass der Christopher Street Day in diesem Jahr in Kelkheim zu Gast ist. Mit einem bunten queeren Zug durch unsere Stadt und der Abschlusskundgebung vor dem Rathaus möchten die Organisatoren sichtbar machen, dass nicht nur in den Metropolen, sondern auch in den Städten der Region queere Menschen zu Hause sind und zum täglichen Bild gehören. Sie sind ein bunter Bestandteil unserer Gesellschaft und gehören nicht an den Rand, sondern in unsere Mitte.  

Besonders vor dem Hintergrund neuer Homophobien in einigen EU-Mitgliedsländern gilt es nach wie vor, die Diskriminierung zu überwinden und für einen Wandel des gesellschaftlichen Klimas angesichts geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, für rechtliche und tatsächliche Gleichstellung aller Lebensweisen einzustehen – für ein Leben in Würde, Vielfalt und mit gegenseitigem Respekt.

Heute geht von Kelkheim die Botschaft aus: Überall für auf der Welt für Gleichberechtigung und Gleichstellung von allen Menschen einzutreten.

Dem Organisationsteam des CSD,  danke ich für das große Engagement, insbesondere den vielen jungen Aktiven. Ich wünsche ein gutes Gelingen, eine fröhliche und friedliche Stimmung und einen bereichernden Austausch mit den Menschen im Main-Taunus-Kreis.

Mit den besten Grüßen

Albrecht Kündiger
Bürgermeister

 

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CSD Deutschland

Wir schreiben das Jahr 2022. 

Das dritte Jahr mit der Pandemie, die unseren Aktivismus und unser Wirken als CSD’s herausfordert. 
Und im Jahr 1 der neuen Regierungskoalition in Berlin. Die selbsternannte Zukunftskoalition verspricht nicht weniger, als eine Zeitenwende. Tatsächlich scheint für LGBTIQ+ so etwas anzustehen.

Erstmals hat eine Bundesregierung einen Beauftragten für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt bestellt. 
Dazu gratulieren wir Sven Lehmann und der neuen Regierung ausdrücklich. In diesem Rahmen soll ein nationaler Aktionsplan für die Akzeptanz und den Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt entwickelt und Deutschland zum Vorreiter beim Kampf gegen Diskriminierung werden. 

Wir werden dieses Vorhaben aufmerksam begleiten und sind auf die Ergebnisse gespannt. 
Denn allzu oft wurden Wahlversprechen nicht eingehalten! Die CSD’s jedoch, werden der Regierung genau auf die Finger schauen und die Umsetzung anmahnen. 

Doch auch eine andere Zeitenwende hat uns ereilt.

Wir hofften diesen Sommer wieder einigermaßen unbeschwert die Straßen im Kampf für unsere Rechte zu erobern, mit dem Ziel mehr Sichtbarkeit zu erreichen und eine Plattform für alle Mitglieder unserer breiten Community anbieten zu können. 

Der CSD ist eine Demonstration für die rechtliche Gleichstellung aller Menschen, für Akzeptanz und für ein friedvolles und von gegenseitigem Respekt geprägtes Leben aller miteinander.
Nun müssen wir dieses Jahr in unserer unmittelbaren Nachbarschaft erleben, wie grundlegende Menschenrechte in verbrecherischer Art und Weise mit den Füßen getreten werden.

Ein freiheitsliebender Staat wird aus Angst vor zu viel Demokratie, vor zu viel „Verwestlichung“ angegriffen, seine Bewohner*innen beschossen und aus dem eigenen Land vertrieben. Aus Angst vor gelebter Demokratie, aus Angst vor Verlust des Einflussbereichs und aus kleingeistigem Machtstreben heraus. Und wohl auch aus der Angst – vor der eigenen Schwäche.

Auch unsere Community wird vom Aggressor als ein Mitgrund für den Überfall auf die Ukraine genannt. Mal sind wir „dekadent“, dann wieder „verweichlicht“, dann wieder „unnatürlich“.

Wir wissen welchen Bedrohungen, Schikanen und oft genug auch tödlicher Verfolgung LGBTIQ+ in Russland und seinen Vasallenstaaten, wie Belarus, oder Tschetschenien ausgesetzt sind. 

Die Ukraine war für viele ein sicherer Hafen, um dem zu entfliehen.

All die Rechte, die überwiegende Akzeptanz in der Gesellschaft, die wir hier in Deutschland über viele Jahre erreicht haben, die für einige junge Menschen so selbstverständlich scheinen, wurden über Jahrzehnte erkämpft und erstritten. 

Ganz Osteuropa steht am Abgrund jeglicher Möglichkeiten in diese Richtung zu kommen. Die Menschen müssen sich wieder verstecken, ihr wahres Ich verleugnen. Und allein sich über Nicht-Hetero-Normative Lebensweisen zu informieren ist nahezu strafbar. Und auch bei uns in Deutschland wird seit Jahren von rechts-außen permanent in die gleiche reaktionäre Richtung agitiert.

Wir stehen hier in Solidarität mit allen Menschen die verfolgt werden! Wir stehen hier in Solidarität mit Lesben, Schwulen, trans* und inter* Menschen, von bi+- und a_sexuellen Menschen.

Wir stehen hier in Solidarität mit allen Minderheiten, die nicht frei und sicher leben können, gleich welcher Religion und welcher Hautfarbe. 

Wir stehen hier für die Einhaltung der Menschenrechte.

Wir stehen hier und demonstrieren für alle, die das nicht tun können oder dürfen!

Euer CSD Deutschland Vorstand